Nordlandsaga - Zorg

Ein junger Jarl, durch den Vater verraten und treu dem einzig wahren König gegenüber. Aber wie sah die Kindheit aus? Warum ist Zorg der, der er heute ist? Hier stelle ich ihn Dir vor.


Zorg -Jarl Zorg (Quelle: Pinterest)

Als Zorg vier Jahre alt war, verließ sein Vater Jord seine fremdländische Frau Avianna und die drei Söhne Kjell, Tolgir und Zorg. Seine Mutter hatte keine Arbeit und sie konnte das kleine Haus in Brewm nicht selbst halten. Zu diesem Zeitpunkt stand Brewm bereits unter der Kontrolle von Brijnard und die Nordmenschen sind aufgrund ihrer Vergangenheit nicht für ihre Toleranz bekannt. Die Familie war völlig schutzlos. Oft wurden sie überfallen oder ausgeraubt. Avianna wendete sich in ihrer Verzweiflung an ihren Schwiegervater Aegir.
Dieser nahm sie zähneknirschend auf, nur der Kinder wegen. Dafür litt Avianna sehr unter dem Mann. Aegir verabscheut Frauen, nachdem seine ihn vor etlichen Jahren betrogen hatte. Er war der Ansicht, dass Mann Weiber zügeln muss, sie zurechtweisen und dass sie still als nettes Beiwerk in der Ecke zu stehen haben, damit sie nicht übermütig werden und zu fremden Männern ins Bett steigen. Zumal er keine Scheu davor hatte Frauen zu schlagen oder zu töten, wie schon bei seiner Frau. Allerdings lebte er seitdem resigniert einsam in deinem Anwesen mit einigen Kriegern als Leibwache. Er war zu der Regierung des Sonnenkönigs ein angesehener General, der unter anderem Eisern erfolgreich gegen einen Angriff der Nachtwesen erfolgreich verteidigte.
Nun war er im Ruhestand und machte der Familie seines Sohnes das Leben zur Hölle. Er gab Avianna die Schuld, dass Jord gegangen sei. Er erzog die Brüder in seinem Sinne.
Mit sechs Jahren bekam Zorg seinen ersten Dolch, woraufhin er den Hasen schlachten sollte, den sein Bruder Kjell aufzog. Kjell, der zu dem Zeitpunkt bereits elf Jahre alt war, verprügelte seinen Bruder unter den Jubelrufen ihres Großvaters.
Scheinbar hatte Aegir einen solchen Gefallen an dem Schauspiel gehabt, dass er die Kinder immer wieder anstachelte sich gegenseitig zu verprügeln oder zu kämpfen. Er sähte Zwietracht und predigte gleichzeitig, dass die Familie wichtiger als andere sei.
Als Zorg zehn Jahre alt war, war seine Mutter fast blind und kaum noch in der Lage zu arbeiten. Aegir verprügelte und verstümmelte die Frau regelrecht. Trotzdem ackerte Avianna im Haushalt und versuchte ihren Söhnen eine gute Mutter zu sein. Heimlich tröstete sie die Jungs oder behandelte ihre Wunden, die sie von den ständigen Streitigkeiten, den Strafen von Aegir oder den Übungen mit den echten Waffen davontrugen.
Zorg wurde in seiner Kindheit stark darauf geprägt der starke Mann zu sein. Er hatte das Gefühl seine Brüder ständig überbieten zu müssen oder es ihnen gleichmachen zu müssen. Als jüngster Sohn war er körperlich lange schwächer und unterlegen. Das änderte sich, als er etwa dreizehn Jahre alt war. Sein Körper veränderte sich. Er bekam einen Wachstumsschub und Muskeln. Sein Großvater gab ihm Met zu trinken, statt Milch und früh war der Junge regelmäßig betrunken.
Im Suff stritt er oft mit Avianna, brüllte sie an und wies sie zurecht, aber nie hatte er sie geschlagen. Das Verhältnis wurde angespannt, worauf sich Zorg seinen Großvater mehr zuwandte und seine Geschichten glaubte, Frauen immer mehr verabscheute, es sei denn sie waren nettes Beiwerk oder für das Bett gut.
Mit knapp vierzehn Jahren verging sich der hormongeplagte, verwirrte Junge an einem Mädchen im Dorf. Aus Angst, dass sie petzen könnte, bedrohte er sie mit seinem Dolch und erstach sie, als sie fliehen wollte.

In seinen Träumen wurde er von diesem Ereignis heimgesucht und suchte erneut bei seiner Mutter Trost. Er erzählte ihr die Wahrheit. Die war zwar fassungslos, aber äußerte ihre Wut auf den bei Zorg hoch angesehenen Großvater. Der Junge verstand nicht, wie sie ihn hassen konnte, weil er doch das Mädchen getötet hatte.
Diese Ratlosigkeit machte ihn wütend. Er baute einen Hass auf etwas auf, was er nicht verstand und ließ ihn in den regelmäßigen Übungen mit Tolgir aus. Sein älterer Bruder, der körperlich nicht so weit entwickelt war, trug bis zu seinem Tod viele Narben aus diesen Übungen davon.
Kjell schaffte es oft seinen kleinen Bruder zu beruhigen und erklärte ihm, dass er nicht wütend sein brauchte. Doch der Hass des Jungen schlug an einem schicksalhaften Tag um. An dem Tag, an dem er seine Mutter tötete.
Es war mehr ein Unfall. Wieder übte er mit seinem Bruder und war blind in Rage. Seine Mutter konnte das nicht mehr mit ansehen und wollte eingreifen. Im Affekt schlug Zorg auf sie, da er dachte, dass Aegir ihn angreifen würde.
Er schnitt ihr quer über die Brust. Sein Großvater jauchzte förmlich und lachte schallend, während Zorg hilflos zusah, wie seine Mutter in seinen Armen verblutete. Das einzige Mal in seinem Leben wurde er von Aegir gelobt.
Kjell, der zu dem Zeitpunkt fast zwanzig Jahre alt war, floh nach dem Tod seiner Mutter zurück in ihre Heimat. Zorg verspottete ihn dafür, obwohl er eigentlich nur enttäuscht war, dass seine letzte Stütze sein Leben verlassen hatte.
Von da an war er alleine. Niemand hörte ihm zu oder verstand auch nur im Geringsten, was in ihm vorging. Noch bis er sechszehn Jahre alt war, lebte er bei Aegir, bevor er von seinem Großvater aus dem Haus gescheucht wurde. Danach ging er zurück nach Brewm und erfuhr, dass Jord, sein Vater, sich den Streitmächten von Brijnard angeschlossen hatte. Voller Hoffnung wollte der Junge seinem Vater folgen, dass er vielleicht wieder jemanden in seinem Leben hatte, dem er vertraute.
Jord aber empfing seinen Sohn mit Missgunst, woraufhin Zorg lieber zu Brijnard aufsah, als an seine Familie zu denken und Brijnard belohnte seine guten Leute.
Jord verriet Brijnard, als Zorg dreiundzwanzig Jahre alt war. Der junge Mann war fassungslos, als er davon erfuhr und bot sich an bei der Rückeroberung von Luewenstamm zu helfen. Zu dem Zeitpunkt wusste Brijnard, dass Zorg der Sohn des Verräters war und war erstaunt, dass er so eilig helfen wollte. Er glaubte einen guten Einfluss auf Zorg zu haben und bot ihm an den Platz des Jarls zu besetzen, wenn er ihm Blutstreue schwören würde. Zorg willigte ein.
Bei der Schlacht um Luewenstamm traf Zorg auch das erste Mal auf Katarina. Er fand den Gedanken schockierend, dass sich eine Frau als Mann ausgab und unter ihnen weilte, worauf er bei jedem seiner Offiziere persönlich kontrollierte, ob sie wirklich Männer waren.
Hätte der junge Mann sich nicht in seiner Zeit in Brewm mit derart vielen Frauen vergnügt, dann wären sicher Gerüchte um ihn entstanden. Jene, die es dennoch taten, ließ Zorg töten. Niemand stellte seine Männlichkeit in Frage.

Hallo Du, 

 

Hier werde ich dir kurz erzählen, was meine Gedanken zu dem Mann mit dem vergleichsweise kurzem Bart sind.

Zorg ist ein Mann, der mir persönlich mittlerweile sehr ans Herz gewachsen ist. Am Anfang sollte er lediglich eine kleine Rolle spielen, aber durch die ersten Anläufe hat dieser Charakter so viel Tiefe und Persönlichkeit bekommen, dass ich anfing eine Geschichte um ihn zu spinnen und ich persönlich finde, dass es mit Abstand die authentischste und beste Hintergrundgeschichte geworden ist, die ich je geschaffen habe. Sie ist etwas makaber, aber ich finde, dass es der perfekte Gegenpart zu Katarina ist. 
Er wird auch in ihrem Leben eine entscheidende Rollen spielen. Immerhin ist er ein guter und treuer Freund Brijnards und Katarina wird Brijnards Schützling sein, weshalb Zorg ihren Schutz als wichtig erachtet. Ansonsten ist Zorg, wie er sich gibt. Er ist stets ehrlich, geht keinem Kampf aus dem Weg und hat es wenig mit Geheimnissen und Lügen, denn das soll die Unterweltler bleiben. 

Wenn Dir sonst etwas einfällt oder du etwas anmerken willst, dann scheu dich nicht und ab in die Kommentare. 

Wie immer wünsche ich Dir einen angenehmen Tag und viel Spaß beim Lesen. 

 

Deine Lina

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