Nordlandsaga Tag 10

"Kommt rein. Nehmt Platz und esst."

"Vielen Dank, Jarl Luudolf.", erwiderte Jord, neigte etwas den Kopf. Seine Rüstung klimperte leise unter dem Umhang. "Wir sind mit einer wichtigen Nachricht zu Euch gekommen."

"Mit wichtiger Nachricht? Von Eurem verehrten Vater?", fragte Luudolf, bewegte sich nicht.

"Von Brijnard.", erwiderte Jord, machte keine Anstalten sich zu setzen, obwohl Katarina genau das am meisten wollte.

Nun stand Luudolf doch auf und trat von dem Podest. "Kommt. Setzt Euch.", sagte er, musterte Jord akribisch.

"Danke, Herr." Jord ließ seinen Beutel zu Boden gleiten, der Umhang landete auf der Bank. Was dann passierte, konnte Katarina auch nach Wochen nicht richtig erklären oder begreifen. Ihr Anführer machte eine Bewegung mit der Schulter, bevor er ausholte. Seine Axt, so groß wie ihre eigene, ruckte hoch. Luudolf gab ein ächzendes Geräusch von sich, Blut flog durch die Luft und klatschte ins Feuer, wo es zischend anfing zu kochen. Der Jarl griff sich an die Kehle, aus der dickflüssiges Blut sprudelte, bevor er nach hinten kippte und in Todeskrämpfen zuckte.

Einige wenige Augenblicke später fand sich Katarina auf dem Boden wieder, ihre Waffenbrüder neben ihr. Ein Mann saß auf ihr, ihre Axt war ihr entwendet worden. Was war hier gerade passiert?

"Wehrt Euch nicht!", rief Grolf, der Älteste von ihren Brüdern. Hector brüllte wie ein Tier. Katarina starrte den Holzboden an.

Sie roch Blut und hörte etwas Dumpfes auf den Boden fallen. Leute rannten um sie herum. "Verdammt! Bringt sie weg.", befahl eine schroffe Stimme. "Und schickt endlich einen Boten nach Brewm!"

"Wir sind unschuldig!", dementierte der sonst so ruhige Sten. "Jord hat uns verraten!"

"Das kann ja jeder behaupten.", entgegnete die schroffe Stimme. "Werft diese Verräter ins Verlies."

Katarina keuchte und wurde auf die Beine gezogen. Sie wollte schreien. Was passierte hier? Eine der Wachen zerrte sie mit. Sie sah, wie auch ihre Waffenbrüder weggeschleppt wurden. Sie wurde gestoßen, getreten und nicht gerade sanft behandelt. Schläge und Tritte an ihrem Körper, als sie durch in einen dunklen Gang geführt wurden, der in die Erde zu führen schien. Fackeln wurden angezündet. Katarina blickte sich panisch um. Sie hatte Angst.

"Wohin gehen wir?", fragte sie mit leiser Stimme. Jemand stieß sie nach vorne und Hector knurrte den Mann hinter Katarina an. Der ließ sich nicht davon beeindrucken, stieß Katarina sogar einmal gegen die Wand. Sie schlug mit der Schulter gegen die Wand und brennender Schmerz zog durch ihren Körper, trotz der schützenden Rüstung. Als Hector aufbegehren wollte, bekam er einige zusätzliche Schläge.

 "Lass es!", befahl Grolf. "Verdammt, Hector!"

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