Nordlandsaga Tag 11

Katarina wimmerte einmal auf und hielt sich die Schulter. Sie kämpfte mit den Tränen, musste stark bleiben.

"Jord!", brüllte Hector, ging nicht auf Grolf ein. "In was hast du uns da hineingezogen? Was soll diese Echsenscheiße?"

Jord drehte nur einmal den Kopf, antwortete nicht und ging weiter.

"Spar dir die Kraft.", fuhr Grolf Hector an. Katarina senkte den Kopf und tappte den Männern hinterher. Es war egal, was nun passieren würde, ob sie sterben oder gerettet werden würden, sie musste ihr Geheimnis wahren.

Der Geruch von altem Stroh und Fäkalien stieg Katarina in die Nase. Vor ihr leuchteten Fackeln. Sie wurden in einem großen viereckigen Raum mit zwanzig Zellen gestoßen. Die Männer machten kein Aufheben um ihre Inhaftierung, stießen die Gefangenen einzeln in eine Zelle, die etwas größer war als zwei Schritt. In jeder Zelle lag muffiges Stroh auf dem Boden, ein Eimer aus Metall stand als Abtritt bereit. Alleine bei dem Anblick des dreckigen und verrosteten Eimers wollte Katarina würgen. Von dort kam der ekelhafte Geruch.

Sie blieb starr in der Zelle stehen und blickte zu Boden. Ihr Herz raste vor Angst und Übelkeit. Sie zitterte leicht.

Neben ihr in der Zelle trat Grolf näher. "Vensel. Junge. Beruhig dich."

Katarina beziehungsweise Vensel konnte sich aber nicht beruhigen. An den Rändern ihres Blickfeldes flackerte es schwarz. Sie versuchte gegen die aufkommende Panik anzukämpfen, stand zitternd in ihrer Zelle. Die Rufe, die von Grolf und Hector kamen, hörte sie nicht.

Luudolf.

Jord hatte Luudolf getötet. Man hielt sie alle für Verräter. Gab es denn überhaupt eine Nachricht? Warum? Was passierte jetzt? Sie wollte nicht sterben. Nicht für etwas, was sie nicht getan hatte. Sie wollte Brijnard dienen. Die Männer würden sich an ihr vergehen, wenn sie herausfänden, dass sie eine Frau war. Sie gab ein sehr unmännliches Geräusch von sich, als jemand die erste Zelle neben ihr aufriss. Ein Wachmann riss Sten aus der Zelle und stieß ihn zu Boden.

"He, was soll das?", rief Hector, drückte sich gegen die Gitterstäbe. "Lasst ihn!"

Die Wache lachte nur einmal und zerrte den Helm von Stens Kopf. Dann drückte er ihn auf den Rücken und löste den Harnisch. Sten wurde unsanft in die Zelle gestoßen, danach war Hector dran und dann Katarina. Sie wehrte sich nicht, öffnete sogar einige Schließen selbst. Sie wollte niemandem einen Grund geben, sie weiter auszuziehen als nötig. Der Wachmann entriss ihr den Harnisch und die Handschuhe. Katarina zuckte und stolperte einen Schritt zurück. Sie hielt die Arme vor die Brust, damit es nicht zu offensichtlich wurde.

Dann wurde sie auch zurück in die Zelle gestoßen. "Genießt Euren Aufenthalt.", sagte die Wache mit einem dreckigen Grinsen. Danach waren sie alleine. 

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