Nordlandsaga Tag 13

Katarina senkte den Blick wieder auf ihre Füße. Ob sie die Kraft hatten das durchzustehen? Wenn Brijnard wirklich kommen sollte, dann würde er ihnen helfen, oder?

"Brijnard wird diese Stadt nicht mehr betreten.", murmelte Jord aus seiner Zelle.

Neben ihr schnaufte Sten. Er sagte nichts, blieb in ihrer Nähe. Auch er machte sich Sorgen, zeigte es allerdings nicht so. Er versuchte Vensel beizustehen. Dem Jüngsten in der Gruppe. Wenn er nur wüsste...

Katarina rieb sich die kälter werdenden Hände. Sie hatte Hunger und Durst. Bald müsste es Mittag sein. Wie lange waren sie eigentlich schon eingesperrt?

Irgendwann wurde auch Hector müde. Es wurde still in den Zellen. Katarina lauschte dem Atem von Sten neben sich. Sie hatte Angst. So wollte sie doch nicht sterben.

Ihr Magen knurrte leise, Sten lachte leise neben ihr. Hector brummte immer wieder etwas vor sich hin, Grolf starrte zur gegenüberliegenden Wand. Was die anderen machten, konnte Katarina nicht sehen.

"Wieso lachst du?", fragte der vermeintliche Vensel. Sie erwartete eigentlich keine Antwort. Die sie auch nicht bekam. Sten schüttelte nur den Kopf.

Die Stunden tickten dahin. Sogar Hector hatte irgendwann keine Kraft mehr, hatte sich an die Wand gelehnt, erdolchte Jord mit seinen Blicken. Niemand war bisher zu ihnen gekommen, hatte ihnen Wasser oder Essen gebracht. Katarina zählte die Sekunden, tippte mit ihrem Finger auf ihr Bein. "Die lassen uns hier unten doch nicht verhungern, oder?", fragte sie ihre Waffenbrüder leise.

"Wenn ihnen danach ist.", gab zu ihrer Überraschung Sten als Antwort.

"Wie kannst du nur so ruhig bleiben?", fragte Katarina den Koch der Gruppe.

Der sonst so schweigsame Mann hob die Schultern. "Was würde mir es bringen in Panik auszubrechen? Ich nehme den Tod an, wenn er mich holen kommt."

"Ich sollte ähnlich denken, oder?" Katarina zog ihre Beine noch etwas an, streckte sie aber aus, als sich ein Krampf ankündigte. "Aber ich will nicht sterben. Ich will weiter Brijnard dienen."

"Das entscheidet Bela.", sagte Hector entschieden. "Aber niemand will hier sterben."

"Nein. Und wir werden hier rauskommen.", entschied Grolf.

Katarina hörte Jord lachen und wieder lief ein kalter Schauer über ihren Rücken. War er nicht mal ihr Freund gewesen?

"Warum hast du das getan, Jord?", fragte sie lauter. Der ehemalige Anführer strafte sie mit Schweigen.

"Weil er ein elender Hurensohn ist.", grollte stattdessen Hector. Katarina seufzte. Das war ihr auch klar, aber gab keine Antwort auf ihre Frage. Hector begann wieder damit Jord zu beschimpfen, bis Grolf ihm androhte, er würde den Inhalt seines Eimers in seine Zelle leeren. Beleidigt schnaufte Hector. "Vergiss nicht, dass er der Feind ist."

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