Nordlandsaga Tag 14

Alle Männer zuckten zusammen, als etwas laut schepperte. "Was zum...?", grollte Sten und stand auf. Auch Katarina ging zum Ende ihrer Zelle und blickte in den Gang. Wieder schepperte Metall und ein Mann fiel von der letzten Stufe der Treppe. Ihm steckte ein Pfeil im Auge.

Jord begann leise zu kichern, als Schreie und Rufe von oben ertönten.

"Was ist denn jetzt los?", fragte Grolf.

"Wir werden angegriffen.", grollte Hector und warf sich wieder gegen die Stangen. "Elende Vulpas!"

"Halt die Klappe!", übertönt Sten ihn. "Verdammt, willst du ihre Aufmerksamkeit?"

"Du nicht? Willst du lieber hier verrecken?", feuerte Hector zurück. "Lieber ehrlich sterben als hier unten wie Ratten zu verrotten."

"Ihr werdet sowieso sterben.", sagte Jord mit ruhiger Stimme. "Wie euer Jarl, dem ihr so gerne den Arsch küsst."

"Du wirst mit uns hier sterben.", knurrte Grolf. Jord lachte wieder nur als Antwort.

"Hey!", brüllte Hector. "Hier unten! Kommt und holt mich!"

"Sei still!", zischte Grolf wieder, aber die Rufe schienen sich jetzt auf die Zellen am Ende der Treppe zu richten, Stiefel klatschten über die Steine. Katarina wich vom Eingang weg. So schnell konnten Brijnards Männer nicht hier sein. Gab es einen Sturz? Wer griff sie da an?

Katarina wusste nur, dass sie Angst hatte. Sie drückte sich in die Ecke, machte sich so klein wie nur irgend möglich. Sie hörte seltsame Stimmen und eine kratzige Sprache. Dann verstummten die Schritte.

"Ostmänner.", stellte Sten fest.

"Scheiße.", grollte Hector. "Die werden uns sicher töten. Sollen sie es versuchen. Kampflos gebe ich nicht auf."

Katarina hob den Blick und sah einen Mann an ihrer Zelle vorbeigehen. Er trug eine Rüstung mit glänzenden, goldenen Plättchen. Sie konnte einen Blick auf das gebogene Schwert werfen. Seine Haut und Haare waren beinahe schwarz. Es klimperte leise. Dann sagte er etwas auf seiner seltsam kratzig klingenden Sprache und Jord antwortete: "Hier bin ich."

"Du..." Hector schien keine Worte für Jord zu finden, sondern stemmte sich nur gegen die Gitter und knurrte wie ein tollwütiges Tier.

"Verräter.", zischte Grolf. Der Ostmann ging auf Jord zu. Er schien sich sicher zu fühlen.

"Manchmal muss man an sich denken, dumme Köter.", antwortete er und wartete, bis der Sonnenmann die Zelle aufschloss. Und das tat er wirklich. Die Schlüssel klimperten, das Schloss klackte und die Tür öffnete sich mit quietschenden Scharnieren.

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