Nordlandsaga Tag 2

Kapitel 1 - Vensel


"Danke, Sten.", murmelte Katarina und blickte kurz auf den Eintopf mit Schroffvulm und Bodennuss. Die kleinen orangen Stücke der Schroffvulm schwammen an der Oberfläche. "Hast du Lohnsalz benutzt?"

Der Mann schwieg. Sten war noch nie sehr gesprächig gewesen, aber ein guter Koch, zumindest reichte es für ein gutes Mahl nach einem Reisetag.

Katarina, oder Vensel, wie man sie kannte, nickte kurz und setzte sich etwas näher an das karge Feuer.

Bald wurde es Winter und keiner aus der kleinen Gruppe hatte verstanden, warum jetzt eine Nachricht nach Luewenstamm gebracht werden musste. Und vor allem, warum so viele nötig waren, einen Zettel zu überbringen. Ihr Gruppenführer Jord hüllte sich in Schweigen und schien mürrischer als sonst. Die kleine Gruppe aus sechs Mann konnte nur mutmaßen, aber niemand verlor nur ein Wort. Niemand hatte Interesse daran, den Zorn von Jord auf sich zu ziehen.

Katarina kaute auf einem der weichen Stücke der Schroffvulm herum. Die Frucht an sich war gut, aber sie bevorzugte die Rissenbeere. Etwas wilder im Geschmack als die sanfte Schroffvulm und in Suppe ein Gaumenschmaus, aber sie hatten seit Ewigkeiten keine Rissenbeere mehr gefunden. Sie gähnte kurz und schaute ihre Waffenbrüder an. Sechs an der Zahl. Eine besondere Freundschaft hatte sie zu Hector. Der Mann war zwar zwölf Jahre älter als sie und irgendwie hatte sich Hector ihr angenommen. Er zeigte es nicht offen, doch schien Vensel zu mögen. Oder vielleicht, weil Katarina mit ihren neunzehn Jahren nicht sehr männlich aussah, obwohl sie sich als Mann ausgab. Kein Bartwuchs, weichere Gesichtszüge und schmächtigere Statur.

Es war schwierig, den Gewohnheiten der Männer aus dem Weg zu gehen. Notdurft war ein besonderes Problem und wenn sich das Gespräch um Frauen drehte, musste Katarina das Gleichgewicht zwischen Begeisterung und Schweigsamkeit wahren. Sie wollte sich brüsten mit vielen Bettgeschichten und großartiger Erfahrung, aber sie hatte einfach keine Erfahrungen. Einer Frau konnte sie sich nicht hingeben, dann würde auffliegen, dass sie gar kein Mann war.

 

Im Moment war es still in der Gruppe. Das kam dem vermeintlichen Vensel entgegen. Hector wischte sich etwas Suppe aus dem dichten kurzen Bart. Er war der umgänglichste von all den Männern. Jord saß gebeugt, die Schale auf den Beinen und schien über etwas nachzusinnen.

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