Nordlandsaga Tag 3

Die junge Frau bewegte unbehaglich die Schultern. Der schwere Eisenharnisch war nicht für ihre Statur gemacht. Nicht, dass sie einen vollen Busen und prallen Hintern hatte, aber sie musste sich schon ihre Brust abbinden, damit sie in den Harnisch passte.

Das brachte auch Nachteile. Oft hatte sie Druckstellen oder juckende Entzündungen, gerade wenn sie die Tücher nicht oft wechseln oder waschen konnte. Was auch gerade das Problem war. Seit einer Woche hatte sie ihre Tücher nicht wechseln können und unter den Armen begann es bereits wieder fürchterlich zu jucken.

Katarina senkte den Kopf und trank schlürfend einen Schluck des Eintopfs. Es war wirklich Lohnsalz drin. Sie lächelte kurz und trank noch einen Schluck.

In dem Moment erhob sich Jord.

"Wir teilen Wachen ein.", entschied er ruhig. Dennoch hatte seine Stimme eine solche Härte, dass Katarina glaubte, ihre Suppe war sofort erkaltet.

"Und wer?", brummte Hector zwischen zwei Bissen.

"Du und Vensel.", bestimmte der Anführer. "Sjard und Sten. Und die anderen beiden."

"Und du, Jord?", fragte Sjard grimmig. Der kurze Bart des Mannes bekam langsam silberne Haare. Und auch die buschigen Augenbrauen auf der erstaunlich dunklen Haut ergrauten langsam. Sjard war ein guter Kämpfer. Angeblich hat noch niemand seinen Schild zerbrochen.

"Ich trage die Verantwortung.", erwiderte der Mann eisig. "Ich werde um das Lager gehen."

Sjard schnaufte einmal. "Schön.", knurrte er und trank seinen Eintopf leer. "Ich geh pissen." Er warf die Holzschale vor sich auf den Boden und stand rülpsend auf. Keiner der Männer reagierte darauf. Warum auch? Jord war nur ihr Anführer und niemand aus dem Adel. Hätten sie Reitechsen gehabt, wären sie schneller da gewesen. Aber angeblich drängte die Zeit.

Katarina sah wieder auf ihr Essen und verspeiste es eilig. Sie hatte die erste Wache und es erfüllte sie mit Stolz Brijnard zu dienen. Seit Jahren war sie nur ein Bote, aber wenn sie es nicht tat, dann würde es vielleicht ein Stümper sein, der wichtige Nachrichten verlor oder sich verlief. Es war, wie es war und Katarina lebte damit. Natürlich würde sie lieber in der Armee dienen und kämpfen. Und sie wusste, dass Brijnard sich an die treuen Diener erinnerte.

"Komm." Sie stand auf, gab Hector einen Schlag auf die Schulter. "Bewachen wir diese Bartträger."

Hector schnaufte amüsiert und erhob sich. Sein massiger Körper bewegte sich unter der Rüstung. Katarina wusste, dass er bereits in Schlachten gekämpft hatte. Er war bei der Verteidigung von Brewm dabei, als diese Fremdlinge versuchten die Hauptstadt wieder zurückzuerobern.

 Die Ostmänner. Sonnenmänner. Fremdlinge. Völlig egal, wie man es sagte, sie waren nicht willkommen. Die Besatzer versuchen seit Katarinas Geburt dieses Land in ihrem sandigen Griff zu halten, doch die Urgbar verteidigten ihr Land. Und Katarina durfte ein Teil davon sein.

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