Nordlandsaga Tag 4

"He, komm zurück.", brummte Hector neben ihr. "Diese Welt, nicht deine Träume."

Katarina, Vensel, drehte überrascht den Kopf. Sie fühlte sich ertappt. "Angst, dass du etwas übersehen könntest?", fragte sie ihn.

"Du würdest doch ein Klemtas übersehen, wenn es direkt vor dir stünde.", frotzelte der Mann. Katarina lachte nur einmal. Sie hatte keine schlagfertige Antwort darauf. Vermutlich hatte Hector sogar Recht. Der Mann brummte nur bestätigend, als hätte sie ihm dennoch geantwortet. Er trat zweimal in den Schnee, ging zwei Meter weiter weg. Katarina sollte hier stehenbleiben, damit sie sich nicht gegenseitig im Weg standen.

Die junge Frau ließ den Blick wandern. Ihre einfache Handaxt hing in einer Lederlasche an ihrem Gürtel. Jetzt im späten Herbst waren nur wenige Tiere unterwegs und noch weniger Menschen, aber sie wollte dennoch auf alles gefasst sein.

Einen Sonnenmann hier anzutreffen war am unwahrscheinlichsten. Für die war der Herbst und besonders der Winter eine Zeit des Stillstands. In ihrer Heimat war es wesentlich wärmer als hier und so rotteten sie sich lieber zusammen, als draußen durch das Land zu reisen. War das der Grund, warum sie ausgerechnet jetzt reisen mussten? Weil sie nicht auf Sonnenmänner treffen würden? Der Gedanke ging Katarina nicht zum ersten Mal durch den Kopf.

Mit dem Fuß scharrte sie eine kleine Kule und ließ sich mit dem Hintern zuerst reinplumpsen.

Erleichtert seufzte sie. Zwei Stunden in der Kälte ausharren und dann könnte sie schlafen. Sie zog die eiskalten Metallhandschuhe aus. Darunter trug sie einfache Fellhandschuhe, damit das Eisen nicht an der Haut festfror. Trotzdem passierte das nicht selten und manchmal riss man sich sogar Haut vom Fleisch. Aber heute war alles gut. Genau betrachtete Katarina die Hände, damit sie sicher sein konnte.

Leicht bläulich angelaufen, aber keine Frostbeulen oder Haut, die irgendwo am Metall klebte. Das stimmte Katarina zufrieden. Sie hatte einen gefüllten Bauch, keine Schäden an den Händen und konnte gleich sogar sechs Stunden schlafen. Ein guter Tag, wenn nicht die Stimmung in der Gruppe ist gedrückt wäre.

Katarina zuckte, als ein Schatten das Angesicht Nohrs verdeckte. Sie drehte schnell den Kopf. Es war nur Hector, der neben sie getreten war und sich neben sie in den Schnee fallen ließ. Anders konnte man dieses Bild nicht beschreiben.

Er zog die Hose an seinem besten Stück zurecht und blickte zu ihr. "Ich sag ja, dass du nichts sehen würdest. Hast du deine kleinen Fingerchen angestarrt, Püppchen?"

"Kann nicht jeder so ein Klotz sein wie du.", erwiderte sie, schüttelte ihre Finger aus. "Wie du es mir beigebracht hast."

"Gut so, Bursche.", meinte er dazu und zog sich den Helm aus.

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