Nordlandsaga Tag 8

Kapitel 2 - Luewenstamm

"Endlich.", brummte Hector, als sie die Mauern von Luewenstamm erblickten. Bodennebel zog über die Erde, schluckte Geräusche und nässte die Säume ihrer Hosen und machte es fast unmöglich zu sehen, ob man auf feste Erde trat oder in ein Loch.

Katarina hob den Blick und betrachtete die dicken Mauern aus grauem Stein. In ihren jungen Augen sah diese Stadt uneinnehmbar aus. Nur die Sonnenmenschen schafften es diese Stadt zu überrennen. Mit so vielen konnte wirklich niemand rechnen, auch nicht der damalige König Crin.

Luudolf war schon seit seiner Jugend Jarl in dieser prächtigen Stadt. Er wurde von den Sonnenmännern nicht ersetzt und verriet sie letztendlich, als Brijnard zu den Waffen rief.

Katarina hatte mal gehört, dass Luudolf und Brijnard seit Kindertagen Freunde waren. Und nun war Luewenstamm im festen Griff der Männer, die dieses Land ihr Heim nannten und das war gut so!

"Wie sieht es aus, Jord?", fragte Sjard. Er hörte sich an, als würde ihm eine Klinge im Bein stecken. "Wollen wir uns erst den Staub aus der Kehle spülen?"

Der Anführer überlegte kurz. "Nein.", antwortete er schlussendlich. "Wir gehen zuerst zur Halle. Danach entlasse ich euch."

"Hoffentlich geht das schnell.", erwiderte Sjard unzufrieden, stolperte über einen Stein auf der Straße und fluchte unflätig.

"Das sollte nicht lange dauern.", meinte Jord nur griesgrämig. "Solange ihr Idioten euch zu benehmen wisst."

Sjard schnaubte nur. Katarina sagte lieber gar nichts, ebenso Hector. Sie erreichten das massive Tor aus Holz. Katarina sah, dass die Scharniere und Kanten mit Eisen verstärkt waren.

Jord blieb stehen. Seine Augen wanderten die Tore hoch. "Aufmachen!", rief er laut.

"Wer ist da?" Ein Mann erschien über dem Tor, zwei Schützen an seiner Seite. Die Rüstung zeichnete ihn als Wachhabenden aus.

"Jord!", rief ihr Anführer zurück.

"Wer bei Bela ist Jord?" Der Wachhabende lachte. "Name, Rang und Auftrag. Wie Händler seht ihr nicht aus."

"Wir kommen in Brijnards Auftrag. Mein Name ist Jord Aegirson! Wir müssen umgehend zu Jarl Luudolf."

Der Mann schien blass zu werden. "Aegir?", fragte er. "Öffnet das Tor, ihr Narren!"

Wenige Augenblicke später öffnete sich das Tor knarrend und gab den Weg in die große Stadt frei. Katarina runzelte die Stirn. Warum hatte Jords Vater einen solchen Einfluss?

Der Anführer der Gruppe trat auf die festen Straßen. Katarina war erst einmal hier gewesen.

Vom Tor führte eine große Straße direkt auf den Markplatz. Sie erinnerte sich, dass es dort eine Taverne gab. Viel mehr hatte sie nicht von der Stadt sehen können.

Jord führte die Gruppe vom Tor aus links eine weitere breite Straße eine Art Hügel hoch. Eine hüfthohe Mauer trennte diesen Teil der Stadt ab. Hier waren fast alle Häuser aus Stein und festem Dach mit Schindeln. Die Fensterrahmen waren meistens aus dunklem Holz.

Auf dem höchsten Punkt stand die Jarlshalle. Das einzige Gebäude, das noch aus Holz gebaut war. Vermutlich war diese Halle eines der ältesten Gebäude hier.

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