Nordlandsaga Tag 22

"Soll ich ihm etwa die Wahrheit verschweigen?" Hector warf etwas Stroh nach Sten. "Sollen wir ihm Hoffnung geben, die dann vergeblich ist?"

Die Strohhalme segelten wenige Zentimeter, bevor sie wieder zu Boden sanken.

Sten seufzte nur. "Vergiss es."

Swert grummelte wieder vor sich hin, aber Katarina hatte eigene Sorgen. Ihr Magen krampfte. Es fühlte sich jedenfalls so an. Sie hatte jedenfalls bohrenden Hunger und sehr viel Durst. Sie könnte einen Brunnen leertrinken.

Schritte ertönten und näherten sich. Jemand kam zu den Kerkern. Katarina wusste nicht, ob sie sich bewegen und nachgucken sollte, wer da kam. Sie entschied sich für die Informationen und spähte zwischen ihren Fingern hindurch zu den Gitterstäben.

Jemand stellte einen Teller vor ihre Zelle. Ein kleines Stück Brot lag drauf. Es schien nicht allzu frisch zu sein, aber wenigstens war kein Schimmel drauf. Oder wirklich ranzige Butter wie vor einigen Mahlzeiten.

Katarina griff gierig nach dem Brot und zog es zu sich in die Zelle. Sie hatte solchen Hunger, dass es eigentlich auch hätte verschimmelt sein können.

Gierig stopfte sie das trockene Brot in ihren Mund. Ihr Gaumen produzierte gerade genug Speichel, um die trockene Scheibe verschlingen zu können. Danach fühlte sie sich nicht besser, ganz im Gegenteil, sie hatte noch mehr Hunger. Sie jammerte und hielt sich den Bauch. Wenigstens würde sie nicht verhungern.

"Bei nächsten Mal nicht so schnell, Junge.", ertönte Sten amüsiert hinter ihr.

"Was denn jetzt? Junge oder Mann?", lachte Hector, knabberte beherrscht an seiner eigenen Scheibe trocken Brot.

"Mann.", lachte Sten. Wie konnten sie lachen? Es gab nichts zu lachen.

"Ihr seid Idioten.", zischte Katarina. "Wie könnt ihr in dieser Situation nur lachen?"

"Was sollen wir tun? Jammern?", fragte Hector. "Wir haben doch nichts mehr."

"Uns wird jemand retten.", meinte Katarina schwach entgegen aller Vorhersagen und düsteren Aussagen seitens Hector. Es musste einfach jemand kommen und sie retten. Es ging gar nicht anders.

"Vielleicht. Wenn wir lange genug warten. Immerhin muss offensichtlich eine Stadt befreit werden.", gab Sten zurück. "Die Frage ist, wie lange wir warten können."

"Und wie lange wir bereits gewartet haben.", ergänzte Katarina. "Ich meine, das muss doch auffällig sein."

"Sicher, aber mal eben nimmst du keine Stadt ein. Besonders haben wir jetzt nichts mehr außer Brewm. Und Brewm ist sehr weit weg. Brijnard müsste durch ein ganzes Gebiet, um Luewenstamm einzunehmen. Da würden andere Städte und Ort eine höhere Priorität haben.", erklärte Swert.

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