Nordlandsaga Tag 24

"Du sollst unter Schnee begraben werden.", lachte Hector erneut, kicherte wie verrückt, bevor er dem Mann vor die Füße spuckte. "Meterhoher Schnee. Kalt und nass. Kein trockener schöner Sand."

Der Wachmann lachte nur kurz und schlug provokant gegen die Gitterstäbe.

"Ihr werdet noch so enden, wie eurer dreckiger Freund. Mit zertrümmerter Schädel, aus dem eigenen Wahnsinn geboren."

"Wahnsinn seid nur ihr verdammten Sandleute." Hector drückte sich so fest gegen die Stangen, dass seine Augen wie irre aus dem Schädel quollen.

"Weg von der Tür.", befahl der Ostmann und schlug gegen die Stangen seiner Zelle.

"Zwing mich doch, Bastard.", grinste Hector, schien sich nicht von den Schlägen beeindrucken zu lassen. Katarina setzte sich auf und schaute zu ihrem Freund. Der Wachmann knurrte.

"Ich stopfe dir das Maul!", brüllte er und nahm den Schlüssel an seinem Gürtel in die Hand. Hector trat einen Schritt nach hinten und als der Schlüssel im Schloss steckte, griff er zu, packte den Ostmann am Kragen. Er zog ihn viermal rasch hintereinander zu sich heran, der Kopf des Mannes knallte gegen die Eisenstäbe.

Sten jubelte. "Zeigs ihm!", feuerte er Hector an.

Katarina beobachtete, wie der Ostmann vor der Zelle zusammensackte und auf dem Boden liegen blieb.

Einen Moment war es still. Swert schlug gegen die Stangen. "Hector! Mach deine Zelle auf! Wir hauen ab!"

Hector langte um die Stangen herum, zog an dem Schlüssel, der sich nicht bewegte.

"Scheiße", knurrte Hector, Schweiß stand auf seiner Stirn, "verbogen. Er sitzt fest!"

"Hector! Mach jetzt keinen Scheiß!", brüllte Sten. "Einfach umdrehen!"

"Es geht nicht!" Die Hand des Mannes zitterte um den Schlüssel, der nur leise quietschte, weil er sich immer mehr verbog.

"Hector!", rief Katarina. "Ruhig. Hör nicht auf die anderen. Nur ich. Ich bin hier. Hector? Kannst du den Schlüssel irgendwie zurückbiegen?"

"Ich weiß nicht." Hector ließ den Schlüssel los, schaute Katarina an, bevor er wieder zögerlich zupackte. Er versuchte den Halm des Schlüssels wieder zu begradigen, aber dieser wehrte sich und verbog sich noch mehr.

Katarina streckte sich, stellte sich auf die Zehenspitzen. "Nein. Mit Gefühl, Bruder. Du packst du einen Schlüssel an, kein störrisches Weib."

"Da würde ich anders mit umgehen.", lachte Hector nervös, lockerte seine Finger, als Schritte von der Treppe zu hören waren. Der Mann schaute das verbogene Stück Metall an, den bewusstlosen oder toten Ostmann. Ein letztes Mal versuchte er es noch, fluchte und rutschte an die Rückwand seiner Zelle. Katarina schrie kurz und schlug gegen die Stangen. 

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