Nordlandsaga Tag 26

Nach der Antwort deutete er auf die Tür, dann auf Hector. Katarina hielt die Luft an. Der Wachmann deutete auf den Schlüssel. Hector hob den Kopf leicht und blickte die drei Männer finster an.

"Du böser Mann.", spuckte der Anführer Hector vor die Füße. Er machte einige rasche Bewegungen, dann kommandierte er seine Leute ab. Sie hoben ihren toten Kameraden auf und trugen ihn aus dem Zellentrakt. Hector schaute ihnen kurz nach. Auch Katarina drehte einmal den Kopf mit. Sten setzte sich sogar wieder auf.

"Er wollte mich befreien.", antwortete Hector. "Ich habe euch Sonnenkerlchen einen Gefallen getan."

"Warum sollte ich dir glauben?", fragte der Mann gedehnt in seiner seltsamen Aussprache.

Hector lachte einmal. "Weil kein Mann so dumm wäre, seinen Befreier umzubringen. Nein. Ich habe ihn getötet, weil er meine Freunde beleidigt hat, weil er meinen Bruder auf dem Gewissen hat und weil der Sohn einer Hure mich töten wollte."

"Zwei Sandkörner, zwei Dünen.", murmelte der Mann, schaute Hector an, als wäre er ein Geheimnis, was es zu lüften galt.

"Ich habe deinem toten Freund schon gesagt, dass wir hier nur Schnee haben.", knurrte er bedrohlich.

"Auch du bist ein Sandkorn im Wind.", lachte der Anführer, nahm den eisernen Prügel auf, den die Wache fallengelassen hatte und ließ das Eisen einmal gegen die Gitterstäbe schwingen.

Der Mann spuckte auf den Boden. "Ich habe keine Ahnung, was du von mir willst, Bastard."

"Deswegen sitzt du da." Er schaute Hector an, als wäre damit alles gesagt, was es zu dem Thema, zu Hector, zum Krieg und generell der ganzen Situation zu sagen gab.

Katarina spannte den ganzen Körper an. Hector sollte es darauf beruhen lassen. Einfach sitzen bleiben und nichts tun.

Natürlich tat ihr Freund das nicht.

"Nein." Hector stand langsam auf. "Ich sitze in diesem Drecksloch, weil dein räudiger Arschkriecher Jord sich dazu entschlossen hat alles aufzugeben, woran wir glauben und jeden hier zu verraten! Er hat sich von Männern, wie dir bestechen oder bedrohen lassen! Das ist der Grund!", schrie er beinahe den ganzen Kerker zusammen.

"Vielleicht glaubt er auch einfach nur.", lächelte der Mann nachsichtig, als würde er mit einem Kind sprechen.

Hector schien nun verwirrt. Katarina biss die Zähne zusammen. Niemand ging so mit Hector um.

Wütend stand sie auf. "He! Schwachkopf. Du und deine Freunde haben wohl nichts zu tun, oder? So feige, wie ihr euch hinter diesen Stangen und eurer scharfen Zunge versteckt, habt ihr sicher nicht mehr Muskelkraft als meine Großmutter!"

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